Umluft Dunstabzugshaube tropft – woran liegt das bei dieser Betriebsart?

Wer eine Umlufthaube betreibt und plötzlich Tropfen bemerkt, ist oft besonders verwirrt. Denn eigentlich müsste das bei dieser Betriebsart gar nicht passieren können – oder? Kein Rohr nach draußen, keine kalte Wanddurchführung, kein Abluftweg. Und trotzdem ist da Feuchtigkeit.

Das Tropfen bei Umlufthauben ist seltener als bei Ablufthauben, aber es kommt vor. Und die Ursachen sind eine andere als die, die man von Abluftsystemen kennt.

Was eine Umlufthaube grundsätzlich anders macht

Bei einer Ablufthaube wird die Küchenluft nach draußen geführt – mitsamt Feuchtigkeit und Wärme. Bei einer Umlufthaube bleibt die Luft im Raum. Sie wird durch den Fettfilter und einen Aktivkohlefilter geführt, gefiltert und dann – gereinigt und geruchsreduziert – wieder in die Küche geblasen.

Das bedeutet: Die Feuchtigkeit, die beim Kochen entsteht, geht nicht weg. Sie bleibt im Raum. Das ist ein grundlegender Unterschied, der sich auf das Raumklima auswirkt und unter bestimmten Umständen auch auf die Haube selbst.

Warum eine Umlufthaube trotzdem tropfen kann

Der häufigste Grund ist Kondensat, das sich direkt im Gehäuse oder an den Filteroberflächen bildet – nicht im Rohr, weil es ja keins gibt. Wenn viel Dampf entsteht und die Haube die feuchte Luft ansaugt, kühlt sich diese Luft beim Durchströmen der Filter und des Gehäuses ab. An kühlen Innenflächen kann dabei Wasser kondensieren.

Das passiert vor allem dann, wenn die Haube während eines intensiven Kochvorgangs auf niedriger Stufe betrieben wird. Zu wenig Luftdurchsatz bedeutet, dass die Luft länger im Kontakt mit den kälteren Gehäuseteilen bleibt – was die Kondensatbildung begünstigt.

Ein zweiter Faktor ist der Fettfilter. Auch bei Umlufthauben sammelt sich Fett im Filter. Ein vollgesättigter Filter, der zudem feucht ist, kann anfangen zu tropfen – gelblich und ölig, meist von der Filterunterseite. Das ist kein Kondensat im physikalischen Sinne, sondern verflüssigtes Fett. Die Ursache ist dieselbe wie bei Ablufthauben: zu seltene Reinigung.

Die Raumluftfeuchtigkeit als unterschätzter Faktor

Bei Umlufthauben spielt die allgemeine Raumluftfeuchtigkeit eine Rolle, die bei Ablufthauben weniger ins Gewicht fällt. Wenn die Küche ohnehin feucht ist – durch nicht ausreichend gelüftetes Kochen, einen schlecht belüfteten Raum oder hohes Grundfeuchtigkeitsniveau – und die Haube läuft, zirkuliert sie diese feuchte Luft immer wieder durch das System. Bei bestimmten Temperaturen am Gehäuse kann das zu sichtbarer Kondensat- oder Tröpfchenbildung führen.

Das ist kein Fehler der Haube, sondern ein Zeichen dafür, dass die Küche insgesamt besser durchlüftet werden sollte – zum Beispiel durch kurzes Stoßlüften nach dem Kochen.

Was man konkret prüfen sollte

Zuerst: den Fettfilter herausnehmen und auf Zustand prüfen. Bei einer Umlufthaube ist dieser Schritt genauso wichtig wie bei einer Ablufthaube – vielleicht sogar wichtiger, weil der Filter die einzige Barriere zwischen der Küchenluft und dem Gehäuse ist.

Dann: den Aktivkohlefilter. Wenn er längst überfällig ist, ist seine Filterleistung reduziert – und er kann auch als Kondensatfläche wirken, wenn er mit Feuchtigkeit gesättigt ist. Aktivkohlefilter müssen regelmäßig ersetzt werden, weil sie sich nicht reinigen lassen.

Schließlich: die Betriebsstufe. Wer während intensiver Kochvorgänge auf mittlerer oder hoher Stufe kocht statt auf niedriger, sorgt für mehr Luftdurchsatz und kürzere Verweilzeiten der feuchten Luft im Gehäuse. Das reduziert die Kondensatneigung spürbar.

Wer nach dem Kochen generell unsicher ist, ob die eigene Haube eher für Abluft- oder Umluftbetrieb geeignet wäre, und was der Unterschied für das Tropfproblem bedeutet, findet einen guten Gesamtüberblick im Hauptartikel zu den Ursachen.