Schräge Dunstabzugshauben – oft auch als Schräghaube oder Flachhaube bezeichnet – sehen anders aus als klassische Wandhauben und funktionieren auch ein Stück weit anders. Sie hängen flacher, haben eine geneigte Unterseite und stehen oft tiefer über dem Herd. Das macht sie optisch beliebt, bringt aber einige Eigenheiten mit sich, die beim Thema Tropfen eine Rolle spielen.
Wer mit einer Schräghaube Probleme hat, sollte nicht einfach die Ratschläge für klassische Wandhauben übernehmen – manche passen, manche nicht.
Was die Bauform grundlegend anders macht
Bei einer klassischen Wandhaube ist die Unterseite annähernd waagerecht. Kondenswasser oder verflüssigtes Fett, das sich dort sammelt, tropft senkrecht nach unten – meistens auf den hinteren Bereich des Kochfelds oder auf den Herd direkt darunter.
Bei einer Schräghaube ist die Unterseite geneigt, oft in einem Winkel von 20 bis 45 Grad. Das hat zur Folge, dass sich Flüssigkeit, die sich auf dieser Fläche sammelt, nicht waagerecht verteilt, sondern zur tiefsten Stelle der Neigung läuft – das ist in der Regel die Vorderkante der Haube, also genau dort, wo man beim Kochen steht.
Fetttropfen oder Kondensat, das sich an der Unterseite einer Schräghaube sammelt, landet deshalb oft nicht auf dem Herd, sondern auf der Arbeitsfläche davor, auf der Bedienoberfläche des Herds oder direkt am vorderen Rand des Kochfelds. Das überrascht viele, weil man nicht damit rechnet.
Warum Schräghauben besonders anfällig für Fettansammlungen sind
Die geneigte Fläche ist eine größere Auffangfläche für aufsteigenden Kochdampf als die kompakte Unterseite einer klassischen Haube. Gleichzeitig ist der Abstand zum Herd bei vielen Schräghauben geringer. Das bedeutet: Mehr Fettpartikel treffen auf mehr Fläche in kürzerer Distanz.
Wenn die Reinigung der Unterseite vernachlässigt wird, baut sich dort ein Film auf, der sich durch die Wärme des nächsten Kochvorgangs immer wieder leicht verflüssigt und an der tiefsten Stelle der Neigung sammelt. Irgendwann reicht der Film so weit, dass er tropft.
Ein Detail, das viele nicht kennen: Die Unterseite einer Schräghaube sollte deutlich häufiger abgewischt werden als die einer klassischen Wandhaube – nicht nur der Filter, sondern die gesamte Fläche, die dem Herd zugewandt ist. Bei starker Kochaktivität kann das wöchentlich sinnvoll sein.
Kondensatverhalten bei Schräghauben
Auch beim Kondensat gibt es eine Eigenheit. Der Abluftanschluss sitzt bei vielen Schräghauben weiter vorne oder an einer anderen Position als bei klassischen Modellen. Das beeinflusst, wie das Abluftrohr verlegt werden muss – und unter welchem Winkel die warme Luft ins Rohr einströmt.
Wenn das Rohr von einem ungünstigen Anschlusspunkt aus nach oben oder durch eine kalte Wand geführt wird, entsteht Kondensat an denselben Stellen wie bei jeder anderen Ablufthaube. Allerdings kann die Geometrie des Anschlusses dazu führen, dass Kondenswasser eher zur Vorderkante der Haube läuft als nach hinten – was das Tropfen noch auffälliger macht.
Was hilft
Die Unterseite regelmäßig abwischen ist der erste und einfachste Schritt – öfter als man es von einer klassischen Haube gewohnt ist. Ein mildes Fettlöser-Spray und ein Tuch nach jedem intensiveren Kochvorgang halten die Fettschicht so gering, dass sie gar nicht erst tropfen kann.
Den Fettfilter genauso regelmäßig reinigen wie bei jeder anderen Haube. Bei Schräghauben ist das nicht anders, aber es wird manchmal vergessen, weil der Filter weniger sichtbar sitzt.
Beim Kondensatproblem hilft auch hier die Rohrdämmung und eine korrekte Rohrneigung. Wer sein Abluftsystem noch nie geprüft hat und mit einer Schräghaube tropft, sollte das als nächsten Schritt einplanen – die Grundursache ist dieselbe wie bei anderen Hauben, auch wenn das Ergebnis an einer anderen Stelle auftritt.
Und wer die Ursache noch nicht sicher eingegrenzt hat – Fett oder Kondensat – findet die Diagnosehilfe im Übersichtsartikel zu den Ursachen als guten Ausgangspunkt.
