Es regnet, man ist in der Küche – und plötzlich fällt ein Tropfen von der Haube. Nicht beim Kochen, nicht nach dem Kochen, sondern einfach so, bei schlechtem Wetter. Wer das zum ersten Mal erlebt, fragt sich zu Recht, wie Regen überhaupt in eine Dunstabzugshaube gelangen kann, die doch innen hängt.
Die Antwort liegt draußen. Genauer gesagt an der Stelle, wo das Abluftrohr das Gebäude verlässt.
Der Weg des Regens ins Abluftrohr
Eine Ablufthaube ist über ein Rohr direkt mit der Außenwand oder dem Dach verbunden. Am Ende dieses Rohrs befindet sich eine Öffnung – ein Wandgitter, eine Außenjalousie oder eine einfache Lüftungshaube. Diese Öffnung ist dafür gedacht, Luft hinauszulassen, aber bei starkem Regen oder ungünstigen Windverhältnissen kann Wasser von außen eintreten.
Wenn Regen von der Seite gegen die Außenwand treibt, gelangt er durch schlecht geschützte Öffnungen direkt ins Rohr. Von dort läuft er mit leichtem Gefälle – oder bei falsch verlegtem Rohr auch entgegen dem gewünschten Gefälle – in Richtung Haube. Das Ergebnis ist Wasser, das aus der Haube tropft, obwohl niemand gekocht hat und die Haube nicht in Betrieb ist.
Warum manche Installationen anfälliger sind als andere
Nicht jede Dunstabzugshaube tropft bei Regen. Die Anfälligkeit hängt stark von der Außenwandöffnung und ihrer Schutzvorrichtung ab.
Ein einfaches Wandgitter ohne bewegliche Lamellen bietet wenig Schutz gegen Schlagregen. Wasser kann durch die fixen Schlitze gedrückt werden, besonders wenn der Wind aus der Richtung kommt, in die die Öffnung zeigt.
Außenjalousien mit selbstschließenden Lamellen sind deutlich besser. Sie öffnen nur, wenn Luftdruck von innen drückt – also wenn die Haube läuft. Bei ausgeschalteter Haube sind die Lamellen geschlossen und halten Regen, Wind und Kälte draußen. Bei einem einfachen fixen Gitter fehlt dieser Schutzmechanismus vollständig.
Auch die Positionierung der Außenöffnung spielt eine Rolle. Eine Öffnung, die direkt in die Hauptwindrichtung zeigt oder unter einem Dachüberstand ohne weiteren Schutz liegt, ist deutlich gefährdeter als eine Öffnung auf der windabgewandten Seite.
Was man dagegen tun kann
Der direkteste Ansatz ist die Außenwandöffnung selbst. Wer noch ein einfaches festes Gitter hat, sollte prüfen, ob es durch eine Außenjalousie mit selbstschließenden Lamellen ersetzt werden kann. Diese sind in vielen Fällen als Nachrüstlösung erhältlich und passen auf gängige Rohrdurchmesser von 100, 125 und 150 mm. Der Austausch ist in der Regel kein großer Aufwand.
Zusätzlich hilft die Rückstauklappe im Inneren des Rohrs – sie sollte in jedem Fall vorhanden und funktionsfähig sein. Eine intakte Rückstauklappe hält nicht nur Rückströmungen ab, sondern kann auch verhindern, dass eingedrungenes Wasser weiter in Richtung Haube läuft. Wenn sie fehlt oder defekt ist, ist der Weg ins Innere frei.
Wer das Abluftrohr ohnehin neu verlegen oder nachrüsten möchte, sollte die Außenwandöffnung dabei gleich mitdenken. Eine gut platzierte, gut geschützte Öffnung ist der einfachste Weg, um regenbedingte Tropfen dauerhaft zu vermeiden.
Wenn es trotzdem ins Rohr gelangt
Selbst bei guter Außenöffnung kann bei extremem Schlagregen etwas Wasser ins Rohr gelangen. Deshalb ist die Rohrneigung auch hier relevant: Ein Rohr, das von der Haube leicht zur Außenwand hin abfällt, lässt eingedrungenes Wasser nach draußen abfließen statt zurück. Ein waagerechtes oder falsch geneigtes Rohr dagegen hält das Wasser fest – und schickt es irgendwann in die Haube.
Bei anhaltenden Problemen trotz guter Außenöffnung lohnt sich also auch ein Blick auf die Rohrverlegung, wie im Artikel zur richtigen Rohrführung und Dämmung beschrieben.
